Bildkünstlerische Werke von Patientinnen und Patienten psychiatrischer Anstalten um 1900 sind immer wieder „unheimlich“ genannt worden. Auch der eigentliche Entdecker ihrer ästhetischen Qualitäten, der Kunsthistoriker und Arzt Hans Prinzhorn (1886 – 1933), stellte eine entsprechende Verunsicherung in seinem grundlegenden Buch ‚Bildnerei der Geisteskranken‘ (1922) heraus. Diese Zuschreibung greift ein Teilprojekt des Sonderforschungsbereichs ‚Heimat( en): Phänomene, Praktiken, Darstellungen‘ an der Universität Heidelberg auf, in dem es um ‚Heimat draußen und drinnen – Künstlerische Selbstverortungen von Psychiatrieinsassen um 1900‘ geht. Die Studioausstellung konzentriert sich auf das Phänomen der Entfremdung, des „Unheimlich-Werdens“ der Umwelt, das Menschen am Anfang einer Psychose oftmals erleben. An fünf Werken der Sammlung Prinzhorn (Universitätsklinikum Heidelberg) wird erläutert, wie sich dieses Erleben bildkünstlerisch niederschlägt. Im Museum ist die kleine Sonderschau in der Nähe von Exponaten platziert, welche die Bedeutung des Unheimlichen bei den Romantikern deutlich machen.

Eine Ausstellung des Heidelberger Sonderforschungsbereichs 1671 in Kooperation mit dem Freien Deutschen Hochstift

Eröffnung: Donnerstag, 5. November, 18 Uhr