Bildkünstlerische Werke von Patientinnen und Patienten psychiatrischer Anstalten um 1900 sind immer wieder „unheimlich“ genannt worden. Auch der eigentliche Entdecker ihrer ästhetischen Qualitäten, der Kunsthistoriker und Arzt Hans Prinzhorn (1886 – 1933), stellte eine entsprechende Verunsicherung in seinem grundlegenden Buch ‚Bildnerei der Geisteskranken‘ (1922) heraus. Diese Zuschreibung greift ein Teilprojekt des Sonderforschungsbereichs ‚Heimat( en): Phänomene, Praktiken, Darstellungen‘ an der Universität Heidelberg auf, in dem es um ‚Heimat draußen und drinnen – Künstlerische Selbstverortungen von Psychiatrieinsassen um 1900‘ geht. Die Studioausstellung konzentriert sich auf das Phänomen der Entfremdung, des „Unheimlich-Werdens“ der Umwelt, das Menschen am Anfang einer Psychose oftmals erleben. An fünf Werken der Sammlung Prinzhorn (Universitätsklinikum Heidelberg) wird erläutert, wie sich dieses Erleben bildkünstlerisch niederschlägt. Im Museum ist die kleine Sonderschau in der Nähe von Exponaten platziert, welche die Bedeutung des Unheimlichen bei den Romantikern deutlich machen.
Eine Ausstellung des Heidelberger Sonderforschungsbereichs Heimat(en) und des Museum Sammlung Prinzhorn in Kooperation mit dem Freien Deutschen Hochstift
Eröffnung: Donnerstag, 5. November, 18 Uhr
25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn
Alles Kunst? Die Sammlung Prinzhorn zu Gast
Die Sonderschau ‚Unheimliches in den Werken der Heidelberger Sammlung Prinzhorn‘ ist Teil der Reihe ‚Die Sammlung Prinzhorn zu Gast‘. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Museums werden ausgewählte Werke der Sammlung in renommierten Kunstinstitutionen präsentiert und treten dort in einen Dialog mit den jeweiligen Sammlungen. Die Jubiläumsausstellung ‚Alles Kunst?‘ ist vom 28. Juni 2026 bis zum 31. Januar 2027 im Museum Sammlung Prinzhorn in Heidelberg zu sehen.
Weitere Informationen über das Jubiläum, die Ausstellung ‚Alles Kunst?‘ und eine Liste aller Gastinstitutionen der Reihe Reihe ‚Die Sammlung Prinzhorn zu Gast‘ finden Sie auf der Website der Sammlung Prinzhorn.