Eine virtuelle Zeitreise in E.T.A. Hoffmanns Frankfurt

ETA Hoffmann 4punkt0 Plakat web

Begleitend zur großen Ausstellung ‚Unheimlich fantastisch – E.T.A. Hoffmann 2022‘, die vom 24.11.2022 bis 12.02.2023 im Ernst Max von Grunelius-Saal des Deutschen Romantik-Museums zu sehen sein wird, wird eine Augmented Reality-Anwendung entwickelt, die auf der Grundlage historischer Straßen- und Häuseransichten zeigt, wie Frankfurt zu E.T.A. Hoffmanns Zeit ausgesehen hat. Konkreter Bezugspunkt ist dabei der Märchenroman ‚Meister Floh‘ (1822), der in der Freien Stadt Frankfurt spielt und in dem zahlreiche real existierende Straßen (Kalbächer Gasse), Plätze (Roßmarkt), Stadtteile (Sachsenhausen) und Institutionen (Börse, Weinhäuser etc.) erwähnt werden. Die von E.T.A. Hoffmann erfundene Hauptfigur Peregrinus Tyß bewegt sich in diesem Stadtraum, der reale topographische Koordinaten aufweist, aber in eine fantasievolle literarische Szenerie eingebettet ist, deren Gegenpol die in Zypern befindliche Stadt Famagusta bildet, die in der Literatur seit jeher als Fabel-Ort beschrieben wird. Ziel ist es zu rekonstruieren, wie man sich die Szenerie vorzustellen hat, in der sich die in Frankfurt angesiedelte Handlung des Romans abspielt. Damit die heutigen Benutzer und Benutzerinnen eine virtuelle Zeitreise in die Geschichte machen können, werden historische Bildzeugnisse der genannten Plätze und Straßen digital erfasst und mit den technischen Mitteln der Augmented Reality über den heutigen Stadtraum gelegt. Auf diese Weise wird die Gegenwart im Wortsinn durchsichtig auf die Geschichte, die Realität durchsichtig auf die Fiktion. Die Überblendung beider Sehperspektiven garantiert eine Erlebnisqualität der besonderen Art: Das immersive Eintauchen in eine vergangene Welt, die nicht mehr vorhanden ist, geht einher mit einer durch – dem Text entnommenen – Schriftinserts bewirkten Brechung, die immer wieder bewusst macht, dass man sich in der Gegenwart des Jahres 2022/23 und nicht im Jahr 1822 befindet.

Das Projekt, das sich über den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. November 2022 erstreckt, wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Programms Neustart Kultur gefördert. Es ist Teil des Verbunds museum4punkt0, in dem Kultureinrichtungen deutschlandweit mit Projekten zur digitalen Kulturvermittlung vernetzt sind.

Projektträger: Freies Deutsches Hochstift / Frankfurter Goethe-Museum

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Wolfgang Bunzel (Leiter der Abteilung Romantik-Forschung), Joshua Ramon Enslin (Digitales Sammlungsmanagement)

Leitender Projektmitarbeiter: Batuhan Ergün M. A.

Projektunterstützung: Henning Cromm

neustart kulturdie beauftragte der bundesregierung fuer kunst und medien

Via Brentano – Route der Romantik 

Via Brentano

Das Projekt ‚Via Brentano – Route der Romantik‘ der beiden regionalen Kulturgesellschaften KulturRegion FrankfurtRheinMain und Kulturfonds Frankfurt RheinMain mit dem Touristik-Partner ADAC Hessen-Thüringen umfasst 13 Orte auf der Route und macht diese auch für Individualreisende erlebbar. Entlang der Flüsse Rhein, Main und Kinzig, werden 18 Themen vorgestellt, die u.a. den Lebensgeschichten der Brentanos und ihrer Freunde folgen. Die Dichterin Karoline von Günderrode, die Märchen- und Sprachforscher Jacob und Wilhelm Grimm, der Rechtsgelehrte Friedrich Carl von Savigny, die Romantikerin Caroline Schlegel Schelling, der Dichter Friedrich Hölderlin und Isaac von Sinclair sind Themen dieser Route. Die virtuelle Reise führt von Bingen über Oestrich-Winkel, Hattersheim, Eppstein, Bad Soden, Königstein, Bad Homburg vor der Höhe nach Frankfurt am Main und Offenbach. Für den Abschnitt in Frankfurt steht ein Audiospaziergang zur Verfügung, der im Auftrag des Umweltamtes der Stadt Frankfurt am Main in Kooperation mit dem Regionalpark FrankfurtRheinMain erstellt wurde.

Weiterführende Links

Broschüre Via Brentano – Route der Romantik zum Dowload 
Audiospaziergang Via Brentano Erkundungspfad durch Frankfurt am Main  

Brentano-Akademie

Die Stadt Aschaffenburg hat gemeinsam mit Dr. Stephan Dessauer, dem Eigentümer des Künstlerhauses Altes Forstamt, die Brentano-Akademie Aschaffenburg gegründet. Dem geistig vitalen, vielseitig interessierten und für neue Entwicklungen stets aufgeschlossenen Charakter der Familie Brentano entsprechend, möchte die Brentano-Akademie kreativen künstlerischen und literarischen Entwicklungen Raum geben. Dabei soll die interdisziplinäre Vernetzung von Musik, Literatur, bildender und dar-stellender Kunst sowie geisteswissenschaftlicher Reflexion im Fokus stehen. Von besonderer Bedeutung ist die enge Zusammenarbeit mit Kultureinrichtungen des Rhein-Main-Gebiets. Die Vorbereitung und Durchführung des Projekts geschieht in enger Abstimmung mit Prof. Dr. Wolfgang Bunzel, dem Koordinator der Abteilung Romantik-Forschung des Freien Deutschen Hochstifts Frankfurt und Dr. Ulrike Kienzle, die u.a. mit der musikwissenschaftlichen Expertise für das Deutsche Romantik-Museum in Frankfurt betraut ist und 2019 eine viel beachtete Ausstellung über Clara Schumann im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt kuratiert hat. Weitere Kooperationspartner sind das Freie Deutsche Hochstift und das Brüder-Grimm-Haus in Steinau an der Straße. 

Koblenzer Brentano-Kolloquien

1985 wurde in Koblenz – der Geburtsstadt Clemens Brentanos – ein erstes Kolloquium zu Ehren des Autors abgehalten, das seinerzeit aber ohne Fortsetzung blieb. (Die Vorträge sind dokumentiert im Band: Clemens Brentanos Landschaften. Beiträge des ersten Koblenzer Brentano-Kolloquiums. Hrsg. von Hartwig Schultz. Koblenz: Görres-Verlag 1986.) 25 Jahre später wurde der einstige Impuls wieder aufgenommen mit einem Kolloquium, das sich unter dem Titel  ‚Rhein – Reise – Romantik‘ (10. bis 12. September 2010) mit der Rheinfahrt beschäftigte, die Clemens Brentano und sein Freund Achim von Arnim 1802 unternommen haben. (Die Beiträge sind in Bd. 24/25 – 2012/13 des ‚Internationalen Jahrbuchs der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft‘ publiziert.) Vom 27. bis zum 29. September 2013 fand das insgesamt dritte Koblenzer Brentano-Kolloquium statt; es stand unter dem Motto ‚Romantisch, märchenhaft, europäisch‘. In der Zeit vom 19. bis zum 22. Mai 2016 schloss sich ein weiteres Kolloquium zum Thema ‚Scherz – Spott – Ironie. Formen der Satire in der Romantik‘ an. Alle Veranstaltungen wurden vom Freien Deutschen Hochstift unterstützt.