30.06. – 01.07.2022, 9 – 18:30 Uhr

Workshop: Aber genug – behalten Sie mich nur ein bischen lieb

Friedrich von Hardenberg (Novalis) und Friedrich Schlegel im Gespräch mit Briefkorrespondentinnen

Ort: Deutsches Romantik-Museum

Deutsches Romantik-Museum

Zweitägiger Workshop
Teilnahme kostenlos
Anmeldung per E-Mail, inklusive eines Motivationsschreibens, in dem das Interesse am Workshop begründet wird (maximal 500 Wörter): middelhoff@em.uni-frankfurt.de

Die Korrespondenz mit (Kunst- und Literatur-)Kolleginnen, Freundinnen, weiblichen Bekannten, Verlobten, Verehrten und Verehrerinnen war für den Austausch und die Entwicklung der Freundschaft zwischen Friedrich Schlegel und Friedrich von Hardenberg (Novalis) nichts weniger als konstitutiv. Ein kollaboratives Schreiben (z.B. von Friedrich Schlegel und Dorothea Veit) lässt sich dabei nur als eine Ausprägung der Brief-Gespräche und Brief-Verflechtungen zwischen Schlegel, Hardenberg und den Frauen beschreiben: Jeanette Danscour, Friederike von Mandelsloh, Caroline von Kühn und Sophie von Kühn beispielsweise schrieben ihre Briefe an Hardenberg zum Teil ‚vierstimmig‘; an Caroline Just schickte F. v. Hardenberg im April 1796 einen poetischen Antwortbrief im Kreuzreimschema; und F. Schlegel sendete Rahel Levin brieflich verbürgte Spottverse auf Friedrich Schiller.

Der Workshop geht den themenspezifischen und formästhetischen Besonderheiten der Briefwechsel F. Schlegels und F. v. Hardenbergs mit Adressatinnen und weiblichen Schreibenden nach. Grundlegend ist dabei nicht nur ein vergleichendes Interesse, im Rahmen dessen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Briefwechsel zwischen F. Schlegel und F. v. Hardenberg einerseits, zwischen F. Schlegels und F. v. Hardenbergs Korrespondenzen mit Kolleginnen, Freundinnen, weiblichen Bekannten usw. andererseits ausgelotet werden sollen. Der Workshop fragt vielmehr auch nach den eigenen Stimmen, individuellen Perspektiven, epistolaren Praktiken, Themenspektren und ästhetischen Strategien der Korrespondentinnen, die den Briefdialog und dessen idiosynkratische Qualitäten entscheidend mitprägten.

Der Workshop findet in zwei ganztägigen Einheiten am 30.6. und 1.7.2022 (jeweils 9 bis 18:30 Uhr) statt.

Das Programm sieht einen Wechsel von konzentrierten Input- und Diskussionsformaten vor, wobei vorab gelesene Briefe und Briefwechsel die Grundlage des gemeinsamen Austauschs bilden. Die Programmeinheiten setzen an der Struktur der Jubiläumsausstellung in sechs „Fortsetzungen“ an und erweitern diese dialogische Schlegel-Hardenberg-Anlage mit ausgewählten Frauen-Briefwechseln und Fragen zu Geschlechterrollen und romantischen Briefnetzkonstellationen. Neben stilistischen, poetischen und epistolar-epistemologischen Fragestellungen soll zudem auch anhand ausgewählter Briefmanuskripte, die im Freien Deutschen Hochstift archiviert werden (z.B. zwischen Novalis und Wilhelmine von Thümmel oder Sophie von Kühn), die Materialität der Briefe und Schreibwerkzeuge zum Gegenstand der Diskussion werden.

Referentinnen, Referenten, Diskutantinnen und Diskutanten: Prof. Dr. Frederike Middelhoff (Frankfurt), Prof. Dr. Johannes Endres (Riverside, US) Prof. Dr. Nicholas Saul (Durham, UK), Apl. Prof. Dr. Carola Hilmes (Frankfurt), Dr. Antonia Villinger (Bamberg), Dr. phil. habil. Gabriele Rommel (Halle), Dr. Jennifer Clare (Hildesheim), Dr. Luisa Banki (Wuppertal), M.A. Cosima Jungk (Mainz), Dr. Alexander Knopf (Kopenhagen), Prof. Dr. Marion Schmaus (Marburg), Dr. Yvonne Al-Taie (Kiel), Dr. Cornelia Ilbrig (Hamburg), Dr. Claudia Bamberg (Trier)

 

In Kooperation mit dem Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik

 

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main