Goethe-Galerie

Der erste Raum widmet sich Werkstätten und Meistern der bildenden Kunst aus der Jugendzeit Goethes.

Mitte des 18. Jahrhunderts galt die Kunst in Frankfurt noch als lehr- und lernbares Handwerk. Meister vermittelten sie in ihren Werkstätten und organisierten sich in Zünften. In der Stadt herrschte ein reges Kunstleben. Spätbarock geprägt, orientierten sich die Maler vor allem an niederländischen Vorbildern und spezialisierten sich in ihren Werkstätten etwa auf Rheinlandschaften, nächtliche Szenen, Feuersbrünste oder Stillleben. Zahlreiche Sammlungen entstanden in der Stadt und auch die noch junge wissenschaftliche Beschäftigung mit der Kunst blühte.

Johann Caspar Goethe war einer der Frankfurter Sammler und Förderer der Kunst. Spezialisiert hatte er sich auf zeitgenössische Malerei aus seinem direkten Umfeld und so „beschäftigte er mehrere Jahre hindurch die sämtlichen Frankfurter Künstler“. Sein Sohn Johann Wolfgang berichtete, dass er die Künstler Schütz, Trautmann oder Seekatz von seiner „frühesten Jugend an gekannt und sie oft in ihren Werkstätten besucht“ habe, auch die Malerfamilie Morgenstern war ihm vertraut. Der von Kindheit an selbstverständliche Umgang mit Kunst, die früh eingeübte Fähigkeit der genauen Betrachtung aber auch der Kunstgeschmack des Elternhauses prägten Goethe für sein Leben.