Romantik-Ausstellung

Einführung in das 3. Obergeschoss

Die lange Epoche der Romantik erstreckt sich bis weit in das 19. Jahrhundert. Die Jahre der Besetzung durch Napoleons Truppen und die damit einhergehende Verordnung fremden Rechts beförderten in den deutschsprachigen Ländern die Rückwendung zur eigenen Geschichte und zum Mittelalter. In ganz Europa verstärkte sich der Wunsch nach unabhängigen Nationalstaaten. Die Hoffnung vieler Intellektueller, dass sich nach den sogenannten ‚Freiheitskriegen‘ (1813-1815) nun auch die politischen Verhältnisse weiter mitgestalten lassen würden, erfüllte sich jedoch nicht. Die Regierungen verschärften die Zensur. Viele Vertreter der Romantik begannen die Zielsetzungen ihres Schreibens zu ändern.

In dieser Zeit entstanden unter Beteiligung Madame de Staëls die ersten Übersetzungen romantischer Kunstprogramme, wodurch diese auch außerhalb des deutschen Sprachraums diskutiert wurden. In vielen europäischen Ländern stießen die neuen Ideen auf verwandte Tendenzen, die von den englischen und französischen Wegbereitern der neuen Epoche ausgegangen waren. Zugleich erschienen im deutschsprachigen Raum die ersten größeren Werke Joseph von Eichendorffs. Die Erzählungen und Gedichte dieses Dichters prägen unsere Vorstellungen von romantischer Literatur bis heute. Für die internationale Rezeption der deutschen Romantik spielten dagegen vor allem die Werke Goethes, E.T.A. Hoffmanns und Heines eine wichtige Rolle.

Nach dem literarischen Beginn der Epoche nahmen zuerst die Maler und Malerinnen, dann auch die Komponisten und Komponistinnen Themen und Motive der Romantik auf und verliehen ihr eine bis heute anhaltende weltweite Popularität. Eine besondere Rolle spielte Bettine von Arnim: anknüpfend an frühromantische Fragmente von Novalis griff sie direkt ein in die politischen Debatten der 1840er Jahre.

Die letzte Station unserer Ausstellung ist mit Robert Schumanns „Szenen aus Goethes Faust einem Höhepunkt der musikalischen Goethe-Rezeption gewidmet. Sie bietet Einblicke in die Entstehung dieses Schlüsselwerks der deutschen Romantik.