GROSSARTIG I KURIOS I INTERNATIONAL

Vitrine 4: Erinnerungsbilder

Die posthum entstandenen Kupferstiche von Schiller [17] und Goethe [18] fungieren als Freundschaftsbilder.

Goethes und Schillers Freundschaft sowie ihre inspirierende Arbeitsgemeinschaft entwickelten sich erst ab 1794. Ihre Briefe sind Zeugnisse ihres Vertrauens, dessen Veröffentlichung Goethe sogar testamentarisch verfügte. Zudem widmete er Schiller zwei Aufsätze: Glückliches Ereignis (1817) und Ferneres in Bezug auf mein Verhältnis zu Schiller (1825).

Hier betonte Goethe die beidseitige Akzeptanz ihrer Verschiedenheit. Diese erkannten sie als die treibende Kraft, um Prozesse in Gang zu setzen,

„die ein jeder mit sich selbst zu verarbeiten hatte; weswegen große Liebe und Zutrauen, Bedürfnis und Treue im hohen Grad gefordert wurden, um ein freundschaftliches Verhältnis ohne Störung dauerhaft zusammenwirken zu lassen“.

 

Die zwei Kupferstiche gehören zum Nachlass von Peter Boerner, der 1954 bei Ernst Beutler über Goethes Tagebücher der Jahre 1776 bis 1782 promovierte. Im Juni desselben Jahres schrieb Beutler an den deutsch-amerikanischen Germanisten und Anglisten Victor Lange:

„Wenn Sie irgend hören, daß ein College oder eine University einen Instructer sucht, denken Sie bitte an Herrn Dr. Boerner. Er ist der einzige Student, den ich zum Doktor bei mir zugelassen habe, ein durchaus zuverlässiger Charakter, fleißig, gescheit, gewandt und treu. Er will nach Amerika […].“