Vitrine 3: Die Reproduktionen
Der Erwerbszeitraum der Bronzemedaillons von Goethe [14] und Schiller [15] ist im sogenannten Heuer-Inventar dokumentiert. Otto Heuer war zwischen 1888–1925 Direktor des Freien Deutschen Hochstifts. In den Jahren 1892, 1893 und 1895 kuratierte er Ausstellungen zu Goethe, die in externen Einrichtungen zu sehen waren. 1897 gründete Heuer das erste Frankfurter Goethe-Museum und erweiterte die Kunstbestände in dieser Richtung.
—
Heuers Nachfolger Ernst Beutler kaufte 1931 das Goethe-Medaillon [13] bei der Berliner Firma J. A. Stargardt. Die Grundplatte weicht mit einem Durchmesser von 31,5 cm deutlich von dem der Bronzen ab; auch ist die Namensprägung anders positioniert. Der Lagerkatalog verzeichnet das Medaillon unter der Nummer „59a“ als „Original=Gipsabguß […] Einer der seltenen in Weimar gefertigten Gipsabgüsse, die Pariser Bronze=Exemplare sind später gegossen“ [vgl. 14, 15].
—
Die drei Medaillons verdeutlichen den frühen Bildungsauftrag des Freien Deutschen Hochstifts. Der Verein gründete sich 1859 zu Schillers 100. Geburtstag und hatte ab 1863 seinen Sitz in Goethes Elternhaus. Von Beginn an verfolgte das Hochstift den Anspruch, Bildung für alle zu ermöglichen. Es pflegte und förderte Wissenschaft und Kunst und orientierte sich an den humanistischen Idealen, wie sie Goethes und Schillers Werken zugeschrieben wurden.