Vitrine 1: Die Entstehungsgeschichte I
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An So eben sind es zwei
Herrn David Jahre seit Sie uns durch
erhenhaften Bildhauer Ihre Gegenwart überr
in Paris. raschten, ich dürfte fast
sagen in Verlegenheit
setzten. Der ausgezeichnete
Künstler einer benachbarr
ten Nation, dessen Verr
pflichtung sich eigentlich
nur auf seine Landsleute
zu begreifen schien, wenn
er sich entschloß Ind die
Gestalt von Individuen
durch seine Kunst zu err
halten, war uns eine ganz
eigene Erscheinung.
Allein nicht lange genos
sen wir Ihres werthen
Umganges, als wir einen
Künstler Mann gewahr wur
den, dem das allgemein
menschliche lebhaft im
Sinne lag und welcher
daher überall hin seine
Kunstwachsamkeit richtete
wo er ein Bestreben
bemerkte, daherauß zu
182 v
damit
daher zu
wirken daß Menschen
Menschen sich knüpfen,
um, uns durch wechselseitige
Anerkennung, eines jeden
das eigentliche Gleichge
müht im Ganzen herr
zustellen, welches im
Einzelnen, wegen des
immerfort dauernden
Conflictes, der besonderen
Interessen, schwer zu
erreichen und zu erhalten
ist.
Im gleichen Sinne haben
wir die übersendete Mar
morbüste mit lebhaft dank
barer Empfindung auf
genommen, als ein Zeug
niß des Wohlwollens
eines unmittelbar\en Geistes
verwandten, als einen Be
weiß der Auflösung stren
ger Nationalgränzen,
und wir glauben dadurch
uns der erhabenen Inten
tion des Gebers angenä
hert zu haben.